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Schade um die Gemeindeschwesternstation                                            20.02.2009

Die Stadt verabschiedet sich aus der ambulanten Altenpflege. 4 kommunale Arbeitsplätze fallen der Haushaltskonsolidierung der CDU-FDP-Grünen-Gruppe mit Unterstützung der SDV zum Opfer (Unser Vorschlag - siehe unten -wurde nicht diskutiert). Und das für eine lächerliche Einsparung von 10.000,- €.

 

Die Stellungnahmen der Jameika-Gruppe, „die Mitarbeiter würden nur einen anderen Arbeitgeber bekommen" ist fast schon zynisch. Sie sollen unter „freiwilligen Lohnverzicht" freie Stellen (werden z.Z. erst frei) in der stationären Pflege des Altenheim besetzen.

 

Fakt bleibt 4 Stellen werden abgebaut und das für einen nur sehr geringen „Spareffekt", der auch durch eine Verbesserung der Angebotspalette erzielt werden könnte.

MMW -Konzept " Kommunale Ambulante Altenpflege" vom 09.12.2009

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

hiermit möchten wir Ihnen in der Diskussion um die Gemeindeschwesternstation der Stadt Varel einen anderen Weg aufzeigen:

 

1. Situation

- Die Gemeindeschwesternstation ist "scheinbar" nicht wirtschaftlich und erzeugt ein Defizit von 14.000,- bis 16.000,-E

pro Jahr

- Es werden gute Tarife (KR) für gute Arbeit für 4 feste Stellen (plus 400,-Euro -Jobs usw.) gezahlt

- Es wird eine Bedarfspflegen für 46 Personen angeboten

(Vergleicht man dies mit den Situationen der freien Träger, die bis zu einem Viertel unter den städtischen Tarif bezahlen, scheint der Verlust nur aus dem politischen und gesellschaftlichen Anspruch der Tariftreue zu resultieren - Fazit: die Gemeindeschwesternstation macht eigentlich keinen so schlechten Job)

 

2. Diskussionstand

- Die vier fest Angestellten sollen dazu bewegt werden, unter schlechteren Tarifbedingungen ( andere KR-Gruppe) und nach einem Jahr zusätzlich minus 8 %) freie Stellen im Altenheim Langendamm übernehmen. (nach Berechnungen der MMW betragen die Gehaltseinbußen brutto mindestens 11.000,- €).

- Die betroffen Personen stehen dieser Reglung zumindest offen entgegen

- Die Stadt zieht sich aus der Elementarversorgung hilfsbedürftiger Menschen zurück und überlässt das Feld den freien

Pflegediensten mit untertariflicher Bezahlung

(Fazit: Wir sorgen dafür, dass noch weniger Menschen in Varel tariftreu bezahlt werden).

- Die Stadt Varel investiert nicht in neues "Know How" sondern, läßt es zu dass Schlüsselkompetenzen der Stadt ver

kümmern.

 

3. Wirtschaftlichkeitsverbesserung

- Der freiwillige Verzicht der Angestellten (dies ist natürlich nicht unser politisches Ziel) würde, wenn man dies auf die

Gemeindeschwesternstation bezieht, den Verlust auf einen Schlag um mindestens 11.000,- auf 3.000, bis 5.000,- €

reduzieren

- Die Entwicklung einer Grundversorgung würde die Wirtschaftlichkeit der Schwesternstation verbessern

 

4. Konzeptidee

Der Kommunale - Ambulante Pflegedienst wird dem Altenheim Langendamm zugeordnet. Dadurch ergeben sich Lohnkosteneinsparungen von mindestens 11.000,- € (und natürlich Synergien zwischen ambulanter und stationärer Pflege - besserer Auslastung des Personals).

Ein sukzessiver Ausbau der Pflegeangebote in Richtung Grundpflege verbessert die Wirtschaftlichkeit

Die gute Vernetzung zwischen Stadt (erste Anlaufstelle) Seniorenbüro - Altenbesuchsdienst - ambulanter Pflege und stationärer Pflege verspricht eine bedarfsgerechte Versorgung der hilfs- und pflegebebedürftigen und dadurch auch einen wesentlichen Marktvorteil und Alleinstellungsmerkmal.

 

5. Fazit

Durch eine solchen Maßnahmenkatalog müsste man das nicht gravierende (verbleibende) Defizit von 3.000,- bis 5.000,- € ausgleichen können. Gleichzeitig wird ein neues Angebot geschaffen, das durch die Vernetzung eine "Kundenbindung" vom ersten Hilfegesuch, über ambulante Versorgung und Besuchsdienst bis hin zur stationären Altenpflege erzeugt. So kann auch das Altenheim wirtschaftlich durch den neuen Aufgaben zuschnitt profitieren.

Nebenbei könnten aber auch mindestens vier versicherungspflichtig Arbeitsplätze (wenn auch bei realen "Gehaltskürzungen") erhalten bleiben. Der freie Markt würde sicherlich die 46 "Kunden" auch versorgen - jedoch stellt sich die Frage unter welchen Bedingungen die Kunden versorgt und das Pflegepersonal (1/4 unter Tarif, 400,- €-Jobs, Verzicht auf Weihnachtsgeld?) bezahlt wird.

Mit freundlichen Grüßen

 

Iko Chmielewski


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